Bernardino Luini - Salomè con la testa di Giovanni Battista, c.1525-30
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mercoledì 12 agosto 2026

Johann Wilhelm Cordes/Gottfried August Bürger



Johann Wilhelm Cordes - Die Wilde Jagd (1856/57)
Museum Behnhaus Drägerhaus, Lubecca, Germania




Der wilde Jäge
: :  Gottfried August Bürger  : :


Der Wild- und Rheingraf stieß ins Horn:
»Hallo, Hallo zu Fuß und Roß!«
Sein Hengst erhob sich wiehernd vorn;
Laut rasselnd stürzt’ ihm nach der Troß;
Laut klifft’ und klafft’ es, frei von Koppel,
Durch Korn und Dorn, durch Heid’ und Stoppel.
Vom Strahl der Sonntagsfrühe war
Des hohen Domes Kuppel blank.
Zum Hochamt rufte dumpf und klar
Der Glocken ernster Feierklang.
Fern tönten lieblich die Gesänge
Der andachtsvollen Christenmenge.

Rischrasch quer übern Kreuzweg ging’s,
Mit Horrido und Hussasa.
Sieh da! Sieh da, kam rechts und links
Ein Reiter hier, ein Reiter da!
Des Rechten Roß war Silbersblinken,
Ein Feuerfarbner trug den Linken.

Wer waren Reiter links und rechts?
Ich ahnd’ es wohl, doch weiß ichs nicht.
Lichthehr erschien der Reiter rechts,
Mit mildem Frühlingsangesicht.
Graß, dunkelgelb der linke Ritter
Schoß Blitz vom Aug’, wie Ungewitter.

»Willkommen hier, zu rechter Frist,
Willkommen zu der edlen Jagd!
Auf Erden und im Himmel ist
Kein Spiel, das lieblicher behagt.« -
Er rief’s, schlug laut sich an die Hüfte,
Und schwang den Hut doch in die Lüfte.

»Schlecht stimmet deines Hornes Klang,
Sprach der zur Rechten, sanftes Muts,
Zu Feierglock’ und Chorgesang.
Kehr um! Erjagst dir heut nichts Guts.
Laß dich den guten Engel warnen,
Und nicht vom Bösen dich umgarnen!« -

»Jagt zu, jagt zu, mein edler Herr!
Fiel rasch der linke Ritter d’rein.
Was Glockenklang? Was Chorgeplärr?
Die Jagdlust mag euch baß erfreun!
Laßt mich, was fürstlich ist, euch lehren
Und euch von Jenem nicht bethören!« -

»Ja! Wohlgesprochen, linker Mann!
Du bist ein Held nach meinem Sinn.
Wer nicht des Weidwerks pflegen kann,
Der scher’ ans Paternoster hin!
Mag’s, frommer Narr, dich baß verdrießen,
So will ich meine Lust doch büßen!« -

Und hurre hurre vorwärts ging’s,
Feld ein und aus, Berg ab und an.
Stets ritten Reiter rechts und links
Zu beiden Seiten neben an.
Auf sprang ein weißer Hirsch von ferne,
Mit sechzehnzackigem Gehörne.

Und lauter stieß der Graf ins Horn;
Und rascher flog’s zu Fuß und Roß;
Und sieh! bald hinten und bald vorn
Stürzt’ Einer tot dahin vom Troß.
»Laß stürzen! Laß zur Hölle stürzen!
Das darf nicht Fürstenlust verwürzen.«

Das Wild duckt sich ins Ährenfeld
Und hofft da sichern Aufenthalt.
Sieh da! Ein armer Landmann stellt
Sich dar in kläglicher Gestalt.
»Erbarmen, lieber Herr, Erbarmen!
Verschont den sauern Schweiß des Armen!«

Der rechte Ritter sprengt heran,
Und warnt den Grafen sanft und gut.
Doch baß hetzt ihn der linke Mann
Zu schadenfrohem Frevelmut.
Der Graf verschmäht des Rechten Warnen
Und läßt vom Linken sich umgarnen.

»Hinweg, du Hund! schnaubt fürchterlich
Der Graf den armen Pflüger an.
Sonst hetz’ ich selbst, beim Teufel! dich.
Hallo, Gesellen, drauf und dran!
Zum Zeichen, daß ich wahr geschworen,
Knallt ihm die Peitschen um die Ohren!«

Gesagt, gethan! Der Wildgraf schwang
Sich übern Hagen rasch voran,
Und hinterher, bei Knall und Klang,
Der Troß mit Hund und Roß und Mann;
Und Hund und Mann und Roß zerstampfte
Die Halmen, daß der Acker dampfte.

Vom nahen Lärm emporgescheucht,
Feld ein und aus, Berg ab und an
Gesprengt, verfolgt, doch unerreicht,
Ereilt das Wild des Angers Plan;
Und mischt sich, da verschont zu werden,
Schlau mitten zwischen zahme Herden.

Doch hin und her, durch Flur und Wald
Und her und hin, durch Wald und Flur,
Verfolgen und erwittern bald
Die raschen Hunde seine Spur.
Der Hirt, voll Angst für seine Herde,
Wirft vor dem Grafen sich zur Erde.

»Erbarmen, Herr, Erbarmen! Laßt
Mein armes stilles Vieh in Ruh!
Bedenket, lieber Herr, hier gras’t
So mancher armen Witwe Kuh.
Ihr Eins und Alles spart der Armen!
Erbarmen, lieber Herr, Erbarmen!«

Der rechte Ritter sprengt heran,
Und warnt den Grafen sanft und gut.
Doch baß hetzt ihn der linke Mann
Zu schadenfrohem Frevelmut.
Der Graf verschmäht des Rechten Warnen
Und läßt vom Linken sich umgarnen.

»Verwegner Hund, der du mir wehrst!
Ha, daß du deiner besten Kuh
Selbst um und angewachsen wärst,
Und jede Vettel noch dazu!
So sollt’ es baß mein Herz ergötzen,
Euch stracks ins Himmelreich zu hetzen.

Hallo, Gesellen, drauf und dran!
Jo! Doho! Hussasa!« -
Und jeder Hund fiel wütend an,
Was er zunächst vor sich ersah.
Bluttriefend sank der Hirt zur Erde,
Bluttriefend Stück für Stück die Herde.

Dem Mordgewühl entrafft sich kaum
Das Wild mit immer schwächerm Lauf.
Mit Blut besprengt, bedeckt mit Schaum
Nimmt jetzt des Waldes Nacht es auf.
Tief birgt sich’s in des Waldes Mitte,
In eines Kläusners Gotteshütte.

Risch ohne Rast mit Peitschenknall,
Mit Horrido und Hussasa,
Und Kliff und Klaff und Hörnerschall,
Verfolgt’s der wilde Schwarm auch da.
Entgegen tritt mit sanfter Bitte
Der fromme Kläusner vor die Hütte.

»Laß ab, laß ab von dieser Spur!
Entweihe Gottes Freistatt nicht!
Zum Himmel ächzt die Kreatur
Und heischt von Gott dein Strafgericht.
Zum letzten male laß dich warnen,
Sonst wird Verderben dich umgarnen!«

Der Rechte sprengt besorgt heran
Und warnt den Grafen sanft und gut.
Doch baß hetzt ihn der linke Mann
Zu schadenfrohem Frevelmut.
Und wehe! trotz des Rechten Warnen,
Läßt er vom Linken sich umgarnen!

»Verderben hin, Verderben her!
Das, ruft er, macht mir wenig Graus.
Und wenn’s im dritten Himmel wär,
So acht’ ichs keine Fledermaus.
Mag’s Gott und dich, du Narr, verdrießen;
So will ich meine Lust doch büßen!«

Er schwingt die Peitsche, stößt ins Horn:
»Hallo, Gesellen, drauf und dran!«
Hui, schwinden Mann und Hütte vorn,
Und hinten schwinden Roß und Mann;
Und Knall und Schall und Jagdgebrülle
Verschlingt auf einmal Totenstille.

Erschrocken blickt der Graf umher;
Er stößt ins Horn, es tönet nicht;
Er ruft und hört sich selbst nicht mehr;
Der Schwung der Peitsche sauset nicht;
Er spornt sein Roß in beide Seiten
Und kann nicht vor nicht rückwärts reiten.

D’rauf wird es düster um ihn her,
Und immer düstrer, wie ein Grab.
Dumpf rauscht es, wie ein fernes Meer.
Hoch über seinem Haupt herab
Ruft furchtbar, mit Gewittergrimme,
Dies Urtel eine Donnerstimme:

»Du Wütrich, teuflischer Natur,
Frech gegen Gott und Mensch und Tier!
Das Ach und Weh der Kreatur,
Und deine Missethat an ihr
Hat laut dich vor Gericht gefodert,
Wo hoch der Rache Fackel lodert.

Fleuch, Unhold, fleuch, und werde jetzt,
Von nun an bis in Ewigkeit,
Von Höll’ und Teufel selbst gehetzt!
Zum Schreck der Fürsten jeder Zeit,
Die, um verruchter Lust zu fronen,
Nicht Schöpfer noch Geschöpf verschonen!« -

Ein schwefelgelber Wetterschein
Umzieht hierauf des Waldes Laub.
Angst rieselt ihm durch Mark und Bein;
Ihm wird so schwül, so dumpf und taub!
Entgegen weht’ ihm kaltes Grausen,
Dem Nacken folgt Gewittersausen.

Das Grausen weht, das Wetter saust,
Und aus der Erd’ empor huhu!
Fährt eine schwarze Riesenfaust;
Sie spannt sich auf, sie krallt sich zu;
Hui! will sie ihn beim Wirbel packen;
Hui! steht sein Angesicht im Nacken.

Es flimmt und flammt rund um ihn her,
Mit grüner, blauer, roter Glut;
Es wallt um ihn ein Feuermeer;
Darinnen wimmelt Höllenbrut.
Jach fahren tausend Höllenhunde,
Laut angehetzt, empor vom Schlunde.

Er rafft sich auf durch Wald und Feld,
Und flieht lautheulend Weh und Ach;
Doch durch die ganze weite Welt
Rauscht bellend ihm die Hölle nach,
Bei Tag tief durch der Erde Klüfte,
Um Mitternacht hoch durch die Lüfte.

Im Nacken bleibt sein Antlitz stehn,
So rasch die Flucht ihn vorwärts reißt.
Er muß die Ungeheuer sehn,
Laut angehetzt vom bösen Geist,
Muß sehn das Knirrschen und das Jappen
Der Rachen, welche nach ihm schnappen. -

Das ist des wilden Heeres Jagd,
Die bis zum jüngsten Tage währt,
Und oft dem Wüstling noch bei Nacht
Zu Schreck und Graus vorüberfährt.
Das könnte, müßt’ er sonst nicht schweigen,
Wohl manches Jägers Mund bezeugen.




Il margravio (il cacciatore) ordina di suonare il corno da caccia la domenica mattina. Ignora i rintocchi delle campane che chiamano i fedeli alla messa per inseguire un cervo bianco. Due cavalieri misteriosi si affiancano a lui: uno a destra (un angelo dai modi miti) e uno a sinistra (un demone dallo sguardo fiero). Il cavaliere di destra lo supplica di fermarsi e non profanare il giorno del Signore. Il cavaliere di sinistra lo incita a ignorare le superstizioni e a godersi la caccia. Il margravio ascolta il cavaliere di sinistra e sprona il cavallo al galoppo, travolgendo i campi. La caccia attraversa i campi di grano di un povero contadino, che supplica pietà per il suo raccolto. Il cavaliere di destra chiede pietà, ma quello di sinistra spinge al massacro; il margravio sguinzaglia i cani calpestando i campi. La preda si rifugia tra le mucche al pascolo di un pastore; il margravio ignora le preghiere dell'uomo e fa sbranare la mandria dai cani. Il cervo stremato cerca rifugio nella cappella di un pio eremita nei boschi profondi. L'eremita esce e ammonisce il nobile in nome di Dio, ordinandogli di non violare il santuario. Il margravio, furioso, minaccia l'eremita stesso e dichiara che caccerebbe anche a costo di sfidare Dio. 
All'improvviso l'eremita, la cappella e la foresta spariscono; il cielo si oscura e un silenzio di tomba avvolge il cacciatore. Una voce tuona dall'alto condannando il margravio per la sua tirannia e la sua empietà. La terra si apre, fiamme infernali divampano e i suoi stessi cani e cavalli si rivoltano contro di lui. Il margravio è condannato a scappare in eterno per l'eternità, diventando la preda dei demoni fino al Giorno del Giudizio.





martedì 4 agosto 2026

Yamabe no Akahito - 山部赤人 [Poet of the Nara period in Japan, ca.700-ca.736] / Katsushika Hokusai




Katsushika Hokusai
Tokaido Ejiri Tagonoura ryakuzu (Baia di Tago vicino a Ejiri sulla Tokaido)(1830)
dalla serie "Fugaku sanjurokke" ("Trentasei vedute del Monte Fuji")




Tago no ura ni
uchi-idete mireba
shirotae no
fuji no takane ni
yuki wa furitsutsu

Uscito sulla spiaggia di Tago, guardo:
sul bianco e alto picco del Fuji 
la neve continua a cadere

: Yamabe no Akahito, raccolta "Hyakunin Isshu" (Poesia n. 4) : :






lunedì 3 agosto 2026

Yamabe no Akahito - 山部赤人 [Poet of the Nara period in Japan, ca.700-ca.736]





Spezzarti, per portarti via,

sarebbe troppo doloroso,

o fiore di ciliegio;

ma, piuttosto, sotto i tuoi petali rosa

starò ad ammirarti fino al tuo appassire.


: :  Yamabe no Akahito  : :





lunedì 20 luglio 2026

Elsa Morante

 



Per la mia pena, per il tuo vinto amore,
con te soltanto un poco giocare io voglio
come una foglia scherza con l'ombra e il sole,
o una ragazza col suo gatto rosso.

E poi ti dirò addio.


: :  Elsa Morante, dalla poesia/canzone "Avventura"  : :






venerdì 17 luglio 2026

Michele Mari

 





Fedeli al duro accordo
: :  Michele Mari  : :

Fedeli al duro accordo
non ci cerchiamo piú

Cosí i bambini giocano
a non ridere per primi
guardandosi negli occhi
e alcuni sono cosí bravi
che diventano tristi
per la vita intera


: :  dalla raccolta: "Cento poesie d'amore a Ladyhawke", 2007  : :






martedì 14 luglio 2026

William Blake






Eternity
: :  William Blake  : :

He who binds to himself a joy
Does the winged life destroy;
But he who kisses the joy as it flies
Lives in eternity’s sun rise.


Chi lega a sé una Gioia
Distrugge la vita alata;
Ma chi bacia la Goia in volo
Vive nell’alba dell’Eternità.







lunedì 29 giugno 2026

Giuseppe Maria Mitelli [Incisore italiano, 1634-1718]





Giuseppe Maria Mitelli - Lettera "N" (ca 1683)
da "Alfabeto in Sogno"

.


N
L' Enne amonisce ogni Pittor, che tale
Deue a gl' occhi mostrar ogni pittura,
Quale a gl' occhi si mostra il Naturale.


Il testo sottolinea il principio della mimesi (imitazione della natura): suggerisce che il pittore deve essere capace di mostrare agli occhi dello spettatore un'immagine che appaia tanto vera quanto ciò che si osserva in natura.







 

giovedì 18 giugno 2026

Emily Dickinson






Had I not seen the Sun
: :  Emily Dickinson  : :


Had I not seen the Sun
I could have borne the shade
But Light a newer Wilderness
My Wilderness has made

Non avessi mai visto il sole
avrei sopportato l'ombra
ma la luce ha aggiunto al mio deserto
una desolazione inaudita.






martedì 16 giugno 2026

Fujiwara No Toshinari [1114-1204] / Utagawa Hiroshige


Utagawa Hiroshige IKameyama, yukibare (1833-34)
(Bel tempo dopo la neve a Kameyama)
dalla serie "Tôkaidô gojûsan tsugi no uchi"
("Le cinquantatré stazioni del Tōkaidō")

Mukashi omou
Kusa no yori no
Yo no ame ni
Namida na soe so
Yama hototogisu


Pioggia notturna
sulla capanna d’erbe
nostalgia del passato –
non aggiungere lacrime
o cuculo di montagna.


: :  Fujiwara No Toshinari  : :


Questo “tanka” di Fujiwara No Toshinari è raccolto nello “Shinkokinshū” (Shink. 3, 201), un’antologia compilata per ordine imperiale tra il 1201 e il 1216. Il “tanka” è uno dei generi più antichi della poesia giapponese e segue una struttura di 31 sillabe: in cinque misure, rispettivamente di 5, 7, 5, 7 e 7 sillabe. 





lunedì 15 giugno 2026

Amelia Rosselli






Variazioni Belliche
: :  Amelia Rosselli  : :

Contiamo infiniti cadaveri. Siamo l'ultima specie umana.
Siamo il cadavere che flotta putrefatto su della sua passione!
La calma non mi nutriva il solleone era il mio desiderio.
Il mio pio desiderio era di vincere la battaglia, il male,
la tristezza, le fandonie, l'incoscienza, la pluralità
dei mali le fandonie le incoscienze le somministrazioni
d'ogni male, d'ogni bene, d'ogni battaglia, d'ogni dovere
d'ogni fandonia: la crudeltà a parte il gioco riposto attraverso
il filtro dell'incoscienza. Amore amore che cadi e giaci
supino la tua stella è la mia dimora.

Caduta sulla linea di battaglia. La bontà era un ritornello
che non mi fregava ma ero fregata da essa! La linea della
demarcazione tra poveri e ricchi.








sabato 13 giugno 2026

Marina Ivanovna Cvetaeva [Poetessa e scrittrice russa, 1892-1941]






Cammini, a me somigliante
: :  Marina Ivanovna Cvetaeva  : :

Cammini, a me somigliante,
gli occhi puntando in basso.
Io li ho abbassati anche!
... Passante, fermati!

Leggi - di ranuncoli
e di papaveri colto un mazzetto
- che io mi chiamavo Marina
e quanti anni avevo.

Non credere che qui sia una tomba,
che io ti apparirò minacciando...
A me stessa troppo piaceva
ridere quando non si può!

E il sangue fluiva alla pelle,
e i miei riccioli s'arrotolavano...
Anch'io esistevo, passante!
Passante, fermati!

Strappa uno stelo selvatico per te
e una bacca - subito dopo.
Niente è più grosso e più dolce
d'una fragola di cimitero.

Solo non stare così tetro,
la testa chinata sul petto.
Con leggerezza pensami,
con leggerezza dimenticami.

Come t'investe il raggio di sole!
Sei tutto in un polverio dorato...
E che almeno però non ti turbi
la mia voce di sottoterra.







giovedì 11 giugno 2026

Arthur Rimbaud



Étienne Carjat - portrét Arthur Rimbaud, 1871


.


L'addormentato della valle
: : Arthur Rimbaud  : :

È una gola di verzura dove un fiume canta
impigliando follemente alle erbe stracci
d'argento: dove il sole, dalla fiera montagna
risplende: è una piccola valle che spumeggia di raggi.

Un giovane soldato, bocca aperta, testa nuda,
e la nuca bagnata nel fresco crescione azzurro,
dorme; è disteso nell'erba, sotto la nuvola,
pallido nel suo verde letto dove piove la luce.

I piedi tra i gladioli, dorme. Sorridente come
sorriderebbe un bimbo malato, fa un sonno.
O Natura, cullalo tiepidamente: ha freddo.

I profumi non fanno più fremere la sua narice;
dorme nel sole, la mano sul suo petto
tranquillo. Ha due rosse ferite sul fianco destro.

Ottobre 1870






domenica 7 giugno 2026

Emily Dickinson






J252 (1861) / F312 (1862)
: :  Emily Dickinson  : :

I can wade Grief -
Whole Pools of it -
I'm used to that -
But the least push of Joy
Breaks up my feet -
And I tip - drunken -
Let no Pebble - smile -
'Twas the New Liquor -
That was all!
Power is only Pain -
Stranded, thro' Discipline,
Till Weights - will hang -
Give Balm - to Giants -
And they'll wilt, like Men -
Give Himmaleh -
They'll carry - Him!



So guadare il Dolore -
Interi Stagni di Dolore -
Ci sono abituata -
Ma il minimo impulso di Gioia
Disorienta i miei passi -
E m'impunto - ubriaca -
Non rida - il Ciottolo -
Era un Liquore Nuovo -
Tutto qui!
La forza è solo Pena -
Imbrigliata, dalla Disciplina,
Finché i Fardelli - saranno sospesi -
Date Balsami - ai Giganti -
E avvizziranno, come Uomini -
Dategli l'Himalaya -
Lo sorreggeranno!





martedì 2 giugno 2026

Emily Dickinson








Unto a broken heart
No other one may go
Without the high prerogative
Itself hath suffered too


A un cuore in pezzi
Nessuno s’avvicini
Senza l’alto privilegio
Di avere sofferto altrettanto







sabato 30 maggio 2026

Michele Fabbri [Italiano, b. 1967]




Flutuazioni
: :  Michele Fabbri  : :
(da: Michele Fabbri, Apocalisse 23)


La leggera afasia che mi ha sfiorato
rammemora gli istinti sovvenuti
all'indugio del tempo rallentato:
slegarsi lentamente dei minuti.

Il respiro profondo di ogni afflato,
a risveglio dei sensi ormai caduti
nel vuoto di un silenzio prolungato,
attende dimensioni e spazi acuti.

Cullandomi nel vuoto primordiale,
essenza originaria della vita,
dimentico passione e disinganno:

mi abbarbico a colonna di stilita.
Dal tempo disastrato di ogni anno
rinasco nel mio mondo immaginale.






giovedì 28 maggio 2026

Alejandra Pizarnik [Poetessa argentina, 1936 – 1972]






Alejandra Pizarnik - La Notte 

So poco della notte
ma la notte sembra sapere di me,
e in più, mi cura come se mi amasse,
mi copre la coscienza con le sue stelle.
Forse la notte è la vita e il sole la morte.
Forse la notte è niente
e le congetture sopra di lei niente
e gli esseri che la vivono niente.
Forse le parole sono l'unica cosa che esiste
nell'enorme vuoto dei secoli
che ci graffiano l'anima con i loro ricordi.

Ma la notte deve conoscere la miseria
che beve dal nostro sangue e dalle nostre idee.
Deve scaraventare odio sui nostri sguardi
sapendoli pieni di interessi, di non incontri.

Ma accade che ascolto la notte piangere nelle mie ossa.
La sua lacrima immensa delira
e grida che qualcosa se n'è andato per sempre.

Un giorno torneremo ad essere.







martedì 26 maggio 2026

Paulo Henriques Britto [Poeta, professore e traduttore brasiliano, b. 1951]




Memento mori
: :  Paulo Henriques Britto  : :


Luz frágil que brota no breu
e num rápido relance dá forma
e cor e corpo às coisas todas,

luz que se apega o pouco que pode
às aparências, acredita piamente
no sonho de substância que secretam,

luta com todas as parcas forças
contra o conforto de apagar-se enfim
por trás de duas implacáveis pálpebras.


.


Luce fragile scaturisce dal campo
e in un rapido sguardo dà forma
e colore e corpo a tutte le cose,

luce che si aggrappa il meno possibile
alle apparenze, credendo fermamente
nel sogno della sostanza che secerne,

lottiamo con tutte le nostre scarse forze
contro il conforto di svanire finalmente
dietro due palpebre implacabili.